Hunnen und Ritter in Staffel

Von Sascha Braun

Limburg-Staffel. Erst am vergangenen Wochenende hatten sie mit ihren mittelalterlichen Kostümen den Festumzug der Staffeler Feuerwehr bereichert. Jetzt lud die Staffeler Ritterschaft die Bürger zu ihrem 1. mittelalterlichen Lenzemarkt ein. Und wirklich: Man konnte auf dem historischen und sanierten Schulplatz völlig in die mysteriöse Welt des Mittelalters eintauchen: Zwei Tage lang versetzten die Staffeler Ritter ihre Besucher in längst vergangene Jahrhunderte zurück, die aber an ihrer Ausstrahlung nichts eingebüßt haben.

Unter der Führung ihres Königs Michael vom Staffeler Berg zu Oranien Tröntgrimm (im bürgerlichen Leben Vorsitzender Michael Gutermuth) hatte die Ritterschaft selbstständig den Markt organisiert und zusammen gestellt: Schmied und Steinmetz, Glasbläser und Kinderrüstzeugbauer zeigten ihr handwerkliches Geschick, außerdem sorgten Ritter, Händler, Musiker, Gaukler, Narren und Hexen sowie eine mittelalterliche Taverne für eine lebhafte Atmosphäre. Für die musikalische Unterhaltung der Besucher sorgen die «Lahn Dill Pipers» und die altertümliche Gruppe «Danserye».

Mit dunkelroten Augen (angeblich durch zweitägigen Dauergenuss von Met entstanden) blickte die 1. Hunnenhorde aus Diez besonders finster drein. Deren Stammesfürst Bleda ist besonders stolz darauf, der einzigen Hunnenhorde zwischen Köln und dem bayerischen Kaltenberg anzugehören. Seit 16 Jahren frönt der Stammesfürst, im bürgerlichen Leben heißt er Karsten Hecht, dem Kult um das historische Volk, das maßgeblich an den ersten großen Völkerwanderungen der Menschheitsgeschichte beteiligt war. Derzeit schart die Diezer Hunnenhorde 15 Mitglieder um sich, es ist eine Interessengemeinschaft, die schon Einladungen bis nach Norwegen im Briefkasten hatte.

Um den Zuschauern etwas zu bieten, hatte die Hunnenhorde nach Staffel nicht nur Furcht erregende Kostüme, sondern auch Waffen mitgebracht. Neben Schwertern waren das die mongolischen Reiterbögen, die sogar auf 30 Meter Entfernung noch die Durchschlagskraft einer heutigen 38-er Pistole haben. Seit 16 Jahren steckt Hecht im Hunnenkostüm, es war ein langer Weg dahin mit Dienstgraden, die von den Römern übernommen wurden: «Erst ist man ein namenloser Sklave, später Krieger, Leibwächter, Zenturio, Tribun und Litarium Directum.» Seinen Titel als Stammesfürst hat er vor zwei Jahren in Köln erhalten. Dieser Titel kann nur durch Erbfolge weitergegeben werden, sagt Hecht: «Wenn ich vorher nicht umgebracht oder verstoßen werde.» Nach dem gestellten Kampf gegen die Staffeler Ritterschaft konnte Hunnenfürst Bleda alias Karsten Hecht erst einmal aufatmen: Diesen Kampf hat er verletzungsfrei überlebt...

 

Hier ist offensichtlicht verwechselt worden, dass dies eine Veranstaltung der Staffeler-Ritterschaft war!

Das sehen wohl auch unsere Besucher so! NPP Printausgabe vom 13.06.2005, siehe letzter Leserbrief

 

 

NNP 15.10.2004 / Gelage 2004

 

? 08.12.2003 / Diez 2003